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Marc Raabe



»Süchtig machendes Kopfkino.«
Emmanuel van Stein über »Heimweh«
»Raubt uns den Atem.«
iBooks Redaktion
»Marc Raabe gelingt es meisterhaft,
immer ganz dicht an seinen Figuren zu bleiben.«
Volker Kutscher über »Schlüssel 17«
»Eine hochspannende Entdeckung.«
Sebastian Fitzek über »Schnitt«

Aktuelles
Buch

»Schlüssel 17«
ab 9.Februar im Handel

Schlüssel 17 - Aktuelles Buch von Marc Raabe
Schlüssel 17 - Marc Raabe - Thriller

Schlüssel 17

In der Kuppel des Berliner Doms hängt eine grausam zugerichtete Tote mit schwarzen Flügeln: Es ist die prominente Dompfarrerin Dr. Brigitte Riss. Um den Hals trägt sie einen Schlüssel. In den Griff ist die Zahl 17 geritzt. Tom Babylon vom LKA will diesen Fall um jeden Preis. Denn mit diesem Schlüssel verschwand vor vielen Jahren seine kleine Schwester Viola. Doch Tom bekommt eine unliebsame Partnerin für die Ermittlungen. Die Psychologin Sita Johanns fragt sich schon bald, wer in diesem Fall mehr zu verbergen hat: Tom oder der Mörder, der sie beide erbarmungslos vor sich hertreibt.

Der erste Fall für Tom Babylon!

Prolog

Berliner Dom

Sonntag, 3. September 2017

6:28 Uhr

 

Winkler öffnet die Tür zur Stille. Und zur Finsternis.

Um diese Uhrzeit ist alles so anders hier. Intensiv und durchdringend, als hätte er keine Haut. Die Stille, der weite Hall, die Dunkelheit, in der das erste Tageslicht den gewaltigen Dom um ihn herum wie aus dem Nichts entstehen lässt – wie von Gottes Hand.

So war es auch mit ihr gewesen, am Altar. Sie war aus dem Nichts gekommen, hatte ihn überrumpelt. Ob Gott dabei seine Hände im Spiel gehabt hatte? Wohl eher der Teufel. Aber auch der, denkt Winkler, ist aus Gottes Holz geschnitzt.

Es war ein früher Sonntagmorgen gewesen, wie heute. Ihre Anwesenheit hatte in der Luft gelegen, gleich einem tiefen Ton, den niemand hört, der aber im Magen vibriert. Ihre Gestalt hatte sich aus dem Halbdunkel geschält, ihr Zeigefinger ging beschwörend zu ihren Lippen. Wortlos hatte sie ihn berührt, ihn gelenkt, die Stufen hinauf … Er ruft sich zur Ordnung, will die Erinnerung wegsperren, aber es hilft nichts. Die Gedanken sind da, kriechen wie durch ein Schlüsselloch in ihn hinein, in ein Zimmer, von dem er nicht wusste, dass es da ist.

Er weiß, dass es im Internet solche Ecken gibt. Filme. Widerwärtige Angebote. Man muss nur googeln. Man kann es aber auch lassen. Er hat es immer gelassen. Und dann kommt ausgerechnet sie, setzt sich auf sein Gesicht, zieht ihn an seinen Haaren in sich hinein. Er hätte »Nein!« schreien sollen, sich wehren. Stattdessen wollte er es, bettelte um mehr – und um weniger. Um mehr Schmerzen und um weniger Luft zum Atmen.

Sie hatte unablässig gestöhnt und geflüstert. Vor allem dieses eine Wort mit den vier Buchstaben, und der Dom hatte es dutzendfach wiederholt. Winkler mag das hässliche Wort nicht. Aber es hat sich in seinem Kopf verhakt. Es hängt dort wie ein schmutziger Anzug, der immerzu ruft: Probier mich an! Sechs Wochen ist das nun her, und er denkt jede Nacht daran, wenn er neben seiner Frau liegt. Im Herbst feiern sie silberne Hochzeit, und jetzt fürchtet er sich davor. Er schämt sich, wünscht sich, es hätte diesen Sonntag nie gegeben – und zugleich träumt er davon. Es kommt ihm vor wie eine Infektion.

Winkler schüttelt die Erinnerung ab. Leise schließt er die schwere Holztür hinter sich und tritt in den Dom. Seine Schritte huschen flüsternd über den Boden, die monumentalen Säulen empor, bis in den Scheitelpunkt der Kuppel.

Gott, wie er diese Akustik liebt!

Das hier ist sein Moment, sein magisches Ritual, jeden Sonntagmorgen, bevor er die Orgel zum Gottesdienst anschlägt und mit ihr das nervtötende Brabbeln, Husten und Räuspern der Besucher übertönt.

Graublaues Morgenlicht kriecht durch die Fenster. Nicht eine Kerze brennt, auch die Lichter für die Verstorbenen sind erloschen. Das Gold der opulenten Verzierungen im Altarraum unterscheidet sich kaum von den sandfarbenen Säulen und steinernen Wänden. Die Wandmalereien gleichen verwaschenen Bildern, die sich im Zwielicht verbergen. Erneut muss er an sie denken. Er meint, ihr Stöhnen von der Decke zu hören, ihr Flüstern, und beschließt, nicht hinzuhören – und auch nicht hinzusehen. Weder zur Kuppel, noch zum Altar, wo es passiert ist. Es kommt ihm vor wie damals, vor sechs Wochen; ihre Anwesenheit liegt in der Luft.

Mit gesenktem Kopf und steifem Schritt geht Winkler zwischen den Bänken hindurch zur Mitte der Kuppelhalle. Nur noch ein paar Meter sind es bis zu dem Punkt, an dem sich die Gänge kreuzen, dann wird er sich seinem persönlichen Heiligtum zuwenden – der mächtigen SauerOrgel mit ihren 7269 Pfeifen. Winkler ist mit Leib und Seele Domorganist und wird es bis zu seinem letzten Atemzug bleiben.

Plötzlich bleibt er abrupt stehen und starrt auf den Boden.

Vor seinen Füßen ist eine glänzende Pfütze. Der säuerliche Geruch von Harn steigt ihm in die Nase. Alle Phantasien sind schlagartig aus seinem Kopf verschwunden. Zum Teufel! Nicht genug damit, dass das Oberpfarramt immer wieder Flecken beseitigen muss, von Betrunkenen oder anderen Ferkeln, die an die Fassade des Doms urinieren. Hier hat offenbar jemand seine Notdurft mitten in der Kirche verrichtet.

Voller Ekel tritt er einen Schritt zurück. Erst jetzt bemerkt er, dass die Pfütze nicht einfach hell und wässrig ist, sondern zur Mitte hin dunkler, als hätte sich hier etwas mit dem Urin vermischt. Plötzlich zittert die Pfütze.

Ein Tropfen, denkt Winkler, aber woher …?

Er legt den Kopf in den Nacken und richtet den Blick aufwärts, zum vierundsiebzig Meter hohen Scheitelpunkt der Kuppel.

Was er sieht, lässt seinen Atem stocken.

Direkt über ihm, in etwa zehn Metern Höhe, schwebt eine aufrechte menschliche Gestalt, eine Frau in schwarzem Gewand, mit ausgebreiteten Schwingen, einem aufsteigenden Engel gleich. Ihr Kopf hängt vornüber, Augen und Mund sind mit schwarzen Tuchstreifen verbunden, die Nase sticht als winziger bleicher Punkt hervor. Vom Saum des Umhangs fallen Tropfen in die Tiefe.

Winkler keucht. Schlagartig wird ihm übel. Mit der Linken sucht er Halt an einer der Bankreihen. Er würde gerne wegschauen, doch er kann nicht, muss hinsehen. Über der Frau ist ein Ring aus fahlem Licht – die Dämmerung hinter den Fenstern umgibt sie wie eine Aura.

Sie hängt schief, denkt Winkler. Und im nächsten Moment: Herrgott, was bin ich nur für ein Unmensch. Warum fällt mir ausgerechnet das jetzt auf? Trotzdem, irgendetwas ist nicht richtig daran. Die beiden Seile, an denen sie hängt, sind offenbar unterschiedlich lang, es sieht so unvollendet aus, als ob …

Von Osten fällt das erste Sonnenlicht in den Dom und lässt etwas aufblitzen, das an einer Schnur um den Hals des schwarzen Engels baumelt. Winkler sieht auf kurze Distanz nicht mehr gut, auf die Entfernung dagegen klar und scharf. Und der Gegenstand, den er sieht, ist ein Schlüssel. Nein, nicht ein Schlüssel. Es sieht so aus, als wäre es … Oh Gott, der Beschreibung nach würde es passen … aber das kann nicht sein … das würde ja heißen …

Plötzlich geht ein Ruck durch die Frau, sie hängt nun noch schiefer, schaukelt. Ein Tropfen fällt herab und trifft ihn an der Wange. Entsetzt weicht er zurück, wischt sich die klebrige Flüssigkeit aus dem Gesicht, starrt auf seine Hand, dann wieder nach oben. Links und rechts von der bleichen Nasenspitze laufen dunkle Rinnsale unter der Augenbinde hervor.

Bitterer Magensaft steigt ihm in die Kehle. Er hat das Gefühl, sich übergeben zu müssen. Die Kuppel über ihm ist eine graue Totenkugel mit dünnen Fingern aus Licht, die durch die Fenster nach dem schwarzen Engel greifen.

Der Schlüssel um ihren Hals. Der graue Griff. Er muss an die Beichte des Jungen denken, wie still er am Ende gewesen war.

Das alles kann kein Zufall sein, denkt Winkler. Sie ist zurück. Nach fast zwanzig Jahren ist sie wieder da.


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Toms Garage

Mehr zu Tom Babylon
und seinem Berlin.

Licht anLicht aus
ZeitungsauschnittZettelTheaterSchlüsselKircheKanalFederBadehausBrückeDomFoto GrasserAuf Facebook teilen

Das Odessa.

Das ehemalige Stage Theater am Marlene Dietrich Platz. Unter dem Theater ist ein bekannter Berliner Club. Meine Inspiration für das Odessa.

Bene hätte er gefallen. So gut gefallen, dass Bene in meiner Geschichte ein Auge auf den Club geworfen hat und ihn vor nicht allzu langer Zeit unter seine Kontrolle gebracht hat. Und weil Bene nun mal Bene ist, war er bei der Wahl seiner Methode nicht gerade zimperlich. Aber das ist eine Geschichte, die in einem späteren Buch erzählt wird.

Odessa Theater 1Odessa Theater 2

Jahrelang hat Tom die Berliner Presse nach allen Meldungen durchforstet, die etwas mit vermissten Mädchen zu tun haben. In vielen Fällen hat er private Ermittlungen angestellt, sich Einsicht in die Polizeiakten verschafft und nach parallelen zum Verschwinden seiner kleinen Schwester gesucht. Die meisten Artikel hat er aufgehoben, in der Hoffnung, dass sie eines Tages noch wichtig werden könnten. So wie dieser hier.

Zeitungsauschnitt

Der Zettel.

Am Samstag, den 11. Juli 1998, wachte Tom früh auf. Keine Morgensonne, nur Wolken. Regen lief in Bahnen am Fenster seines Zimmers hinab. In der Nacht hatte er wild geträumt. Das Fleisch der Leiche quoll durch die Waben des Kaninchendrahts, der Tote befreite seine rechte Hand und griff nach ihm. Sein Mund war eine schwarze tiefe Höhle, aus der immer nur ein Satz aufstieg: »Gib ihn mir wieder.«

Tom stand auf. Was hatte ihn gestern bloß geritten? Der Boden war kalt an seinen Füßen, machte seinen Verstand klar wie Glas. Sie mussten zur Polizei. So schnell wie möglich. Er hastete die Kellertreppe hinab. Schaltete das Licht im Heizungsraum ein. Mit spitzen Fingern rüttelte er den losen Ziegel aus der Wand neben dem Brenner und fasste in den Hohlraum.

Nichts. Kein Schlüssel. Was zum Teufel ...? Er bekam ein Stück Papier zu fassen. Zog es heraus. Mist! Was sollte das denn heißen?

Er schob den Stein zurück, eilte die Treppe ins Obergeschoss. Vi war ihm eine Erklärung schuldig. Er riss die Tür ihres Zimmers auf. »Verdammt noch mal, wo ist der Schl –« Das Wort blieb ihm im Hals stecken. Im Zimmer war es still. Und Violas Bett war leer.

Zettel

Die Schlüssel.

Seit 1998 beschäftigt sich Tom mit Schlüsseln. Er bereut zutiefst, den gefundenen Schlüssel damals nicht fotografiert zu haben. An den Schlüsselbart hat er nur eine vage Erinnerung. Wer merkt sich schon die Rillen und Zacken eines Schlüssels? Das Einzige, was sich in seine Erinnerung gebrannt hat, ist die graue Plastikkappe mit der Siebzehn. Dennoch gibt er nicht auf und vergleicht immer wieder unterschiedliche Schlüsselformen mit seiner Erinnerung, in der Hoffnung, etwas zu finden, das paßt. Bis er den Dom betritt und alles ins Rollen kommt.

Schlüssel

Die Stabkirche

- oder auch “Norweger-Kirche” auf dem Waldfriedhof Stahnsdorf bei Berlin. Hier fand die Trauerfeier für Toms Mutter statt - und hier wurde 1998 auch Vi beerdigt.

Die Kirche war voller Menschen. Tom zählte nicht, wie viele. Dazu war er nicht in der Lage. So viele Gesichter, die er nicht kannte. Auch drei der Polizisten, die bei der Suche geholfen hatten. Kropac, Fissler und Bruckmann. Er versuchte, an allen vorbei zu sehen. Auch an seinem Vater. Der Graben wurde größer zwischen ihnen beiden. Bruckmann kam und drückte seinem Vater lange die Hand, dann kurz ihm. Er hasste die Polizei. Nein, nicht die Polizei, sondern die, die diesen Bock geschossen hatten und hier das falsche Mädchen zu Grabe trugen. Aber was sollte er machen? Aufstehen und in den Saal rufen? Von dem Toten bei Foto Grasser erzählen?

Nadja tauchte verstohlen neben ihm auf, nahm seine Hand. Er drückte sie so fest, dass sie kurz aufstöhnte.
Als die Urne in den Boden hinabgelassen wurde, schien die Sonne. Es hätte besser schütten sollen.

Als alles vorbei war rempelte ihn Kropac an - er war einer der Polizeitaucher, der nach Leiche im Kanal gesucht hatte. »Auch wenn sich keiner traut, dass zu sagen, Kleiner«, zischte Kropac. »Aber ist Deine Schuld. Sollte dir ne Lehre sein.«

Tom stieß ihn so heftig von sich, dass Kropac über ein Grab stolperte und fiel. Kalt lachend stand er auf und klopfte sich die Erde vom Anzug.

Kirche 1Kirche 2

Der Kanalgrund.

Eins der Fotos, die Tom mit der in Plastik gewickelten Pentax seines Vaters auf dem Grund des Teltow Kanals gemacht hat. Irgendwie hatte Tom gehofft, hier eine Hinweis auf die Leiche zu finden und hat sich jeden Quadratzentimeter unter der Lupe angeschaut. Ohne Erfolg. Das einzige, was feststeht ist: Die Leiche muss von der Mitte der Brücke geworfen worden sein. Auch das Geländer der Brücke hat Tom untersucht, und da die Leiche in Kaninchendraht gewickelt war, hätten Kratzer am Geländer sein müssen, sofern es nur ein Täter gewesen war, der den Körper über das Geländer hievte. Doch es gab keine Spuren. Also lag es nah, dass der Täter einen Helfer gehabt hatte.

Kanal

Die Feder.

Von Anfang an hatte Tom das Gefühl, dass mit dieser Feder etwas nicht stimmte. Vi verheimlichte ihm etwas.

Aber was gab es denn bitte an einer Feder zu verheimlichen?

Eine Feder fand man irgendwo in der Natur, und gut. Oder hatte ihr die Feder jemand geschenkt? Vielleicht einer der Jungs aus ihrer Klasse, ein heimlicher Verehrer. Tom musste grinsen. Die kleine Vi und die Jungs. Das fing ja früh an ...

Feder

Das Badehaus.

Das alte Badehaus in Beelitz Heilstätten. In dem kleinen Becken in der imposanten Halle haben bereits viele Zehntausend Menschen gebadet und gekurt. Von Honecker bis Hitler - die Heilstätten haben eine bewegte Geschichte. Lange herrschte auf dem weitläufigen Gelände Verfall. Inzwischen werden immer mehr Gebäude saniert. Vielleicht zählt demnächst auch das Badehaus dazu und das Becken, in dem Tom Josh gefunden hat.

Badehaus 1Badehaus 2Badehaus 3

Die Brücke.

Die gesperrte Brücke über den Teltow-Kanal, früher Toms Lieblingsplatz und Treffpunkt seiner Clique. Vor dem Krieg fuhr hier die “Leichenbahn” und brachte die Toten aus der Stadt zum Waldfriedhof.

Von der MItte der Brücke sprang Josh ins Wasser und entdeckte den Toten am Grund des Kanals.

Später hat Tom die Brücke und die Umgebung systematisch abfotografiert und jeden Winkel durchsucht, in der Hoffnung, doch noch etwas zu finden, dass die Polizei übersehen hat.

Brücke 1Brücke 2Brücke 3Brücke 4

Der Dom.

Der Berliner Dom und seine Kuppel. Hier wird die tote Dompredigerin Brigitte Riss gefunden, an Seilen hängend wie ein schwarzer Engel, in gerader Linie unter dem Heilig-Geist-Fenster mit der weißen Taube vor einer goldgelben Sonne.

Als Tom den Dom betritt ist er gleichermaßen geschockt und elektrisiert. Wegen des kleinen Dings, das an einer Schnur um den Hals der Toten hängt.

Dom 1Dom 2Dom 3

Foto Grasser.

So sieht er aus, der Fotoladen von Grasser in Stahnsdorf. Oder vielmehr - so könnte er ausgesehen haben. Der Besitzer des Ladens, der mir freundlicherweise Teile dieses Bildes zur Verfügung gestellt hat, ist im Gegensatz zu Grasser ausgesprochen nett - und hat mich darum gebeten, anonym bleiben zu dürfen.

Tom betrat den Laden von Grasser nach den Vorkommnissen im Labor nur noch zwei Mal.

Das erste Mal etwa eineinhalb Jahre danach. Grasser sah schlecht aus. Sein Gesicht verloß sich, als er Tom erkannte.

»Sie erinnern sich an mich?«, fragte Tom.
»Nicht im Geringsten«, entgegnete Grasser finster.
»Was ist mit dem Mann in ihrem Labor passiert?«
»Welcher Mann?«
»Ach, kommen sie schon. Sie wissen genau, wen ich meine. Wer war er?«
»Sollte da tatsächlich irgendein Mann ohne mein Wissen in meinem Labor gewesen sein, würde ich dir dringend empfehlen, nicht weiter nach ihm zu fragen. Wer weiß schon, ob sich nicht die Polizei für nicht existierende Männer in Labors interessiert. Am Ende gibt es noch ein Verhör mit ungewissem Ausgang.«

Ein halbes Jahr später war Grasser tot. Sein Laden stand lange leer. Erst während seiner Ausbildung zum Polizist betrat Tom Grassers Laden ein weiteres Mal. Nachts, durch die Hintertür, mit einer geliehenen Luminol Leuchte, um nach Blutspuren zu suchen. Aber wer auch immer den Toten damals beseitigt hatte - er hatte ganze Arbeit geleistet. Tom fand keine einzige Spur.

Fotoladen

ACHTUNG!

In Toms Garage gibt es einen geheimen Bereich.

Bilder OHNE Schlüsselloch kann jeder öffnen. Für alle anderen Bilder beantworte bitte folgende Frage:

Wie verhört Tom in »Schlüssel 17« den alten Heribert Morten?

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News

Termine, Lesungen, Veröffentlichungen

»Schlüssel 17« als Hörbuch

»Schlüssel 17« wird am 9.2.18 auch als Hörbuch bei HÖRBUCH HAMBURG erscheinen, mit der wunderbaren Stimme von Sascha Rotermund. 

Autor

Mehr zu Marc Raabe
und seiner Biografie

Biografie

Wenn mich jemand nach meinem Beruf fragt, muss ich immer erst einmal überlegen. Es sind mehrere. Obwohl ich keinen davon im eigentlichen Sinne gelernt habe. 

Ich habe mich immer auf die Dinge gestürzt, die mich am meisten fasziniert haben - und das zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben.

Geboren wurde ich 1968 in Köln, aufgewachsen bin ich in Erftstadt, einer Kleinstadt in der Nähe von Köln. 

Schon als kleiner Junge habe ich Geschichten geliebt, vor allem die spannenden. Ich las nachts heimlich unter der Bettdecke, links die Gummibärchen, in der Mitte das Buch und rechts die Taschenlampe. Wenn die Batterie ihren Geist aufgab, dann starrte ich an die Dachschräge über mir und dachte mir selbst Geschichten aus.  

Mit 15 Jahren sprach mich ein Freund an, ob ich nicht Lust hätte bei seinem Filmprojekt mitzumachen. Ich hatte Lust. 

Wir haben uns gefühlt wie Steven Spielberg und Georg Lucas zusammen. Den Rest der Schulzeit verbrachten wir im Keller, mit improvisierten Filmscheinwerfern, Super-8 Kameras, Schneidegeräten und ausufernden Ideen. Die Schule war dazu da, zu besprechen, welche Szene wir am Nachmittag drehen wollten. Klausuren waren sekundär. Die Prüfungen, die wirklich zählten, waren die Filmwettbewerbe, bei denen wir unsere Filme einreichten.

Nach dem Abitur bewarb ich mich in München an der Filmhochschule.  

Ich kam in die Runde der letzten 30, die nach München zum Vorsprechen eingeladen wurden. Einer der Professoren, mit Cowboystiefeln und übereinander geschlagenen Beinen, fragte mich, welchen Beitrag ich zum Deutschen Film leisten wollte. Ich sagte: »Ich würde ihn gerne etwas französischer machen.« 

Ich wurde nicht genommen.   

Die Idee, ein Buch zu schreiben, entstand kurz darauf. Ich war in Prag und machte dort gerade ein Praktikum bei einer tschechischen Filmproduktion. Der ungeheure und morbide Charme der Stadt hat mich so fasziniert, dass ich kaum wusste, wohin mit all diesen Eindrücken.  

Ich war Anfang 20, wollte 500 Seiten schreiben und kam bis Seite 70. Dann flog mir die Geschichte um die Ohren. Zu groß, zu anspruchsvoll, zu wenig Erfahrung. 

Germanistikund Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften waren meine nächste Station. Ein Fehler, wie sich schnell herausstellte. Germanistik war mir viel zu theoretisch. Es hatte nichts damit zu tun, wie man Geschichten erzählt. Stattdessen ging es darum, Geschichten die andere erzählt hatten unter kulturellen und wissenschaftlichen Aspekten einzuordnen. 

Zur gleichen Zeit hatten mein Schulfreund und ich das Bedürfnis, mit unseren Filmprojekten aus dem heimischen Keller heraus zu kommen. Wir liehen uns Geld, mieteten in Köln ein Büro und eröffneten eine Produktionsfirma. 

Das Studium gab ich im selben Moment leichten Herzens auf.

Seit zwei Jahrzehnten arbeite ich jetzt in dieser Firma als Cutter, Grafiker, Realisator, Redakteur und Geschäftsführer und habe dabei in dunklen Räumen die unterschiedlichsten Geschichten zusammengeschnitten: Magazinbeiträge, Trailer, Vorspänne, Dokumentationen, Imagefilme, Unterhaltung. 

Für mich waren es immer magische Momente, vor einem leuchtenden Monitor im Dunkeln zu sitzen, Material in den Fingern zu halten und daraus etwas zu formen. 

Dann, mit Anfang 40, inzwischen verheiratet mit einer Psychologin, mit zwei Kindern, einem Hund und etwas mehr Lebenserfahrung, dachte ich: Da ist noch die Sache mit dem Buch. Ich befürchtete, ich würde es mir nicht verzeihen können, wenn ich es nicht wenigstens probiere. 

Also habe ich angefangen. Ich habe abends keine Bücher mehr gelesen, stattdessen habe ich versucht, eins zu schreiben. 

Es war wie am Bildschirm zu sitzen und einen Film zu schneiden, nur eben mit Worten statt mit Bildern. Es war wie fliegen. Und gleichzeitig war es harte Arbeit. Aber wenn hart arbeiten sich anfühlt wie fliegen, dachte ich, dann muss es richtig sein. 

Mehr als zwei Jahre habe ich zunächst damit verbracht, schreiben zu lernen.  

Bis ich irgendwann dieses Bild vor Augen hatte, von einem Jungen, der an der Schwelle einer dunklen Kellertreppe steht und in dem Neugier und Angst miteinander ringen, ob er hinuntergehen soll. 

Weitere eineinhalb Jahre später war »Schnitt« fertig.  

Presse

Leser- und Pressestimmen

PRESSESTIMMEN

Aktuelle Presse-, Kritiker-, Leser- und Buchhändlermeinungen


»Raubt uns den Atem«

APPLE iBOOK REDAKTION:

»Marc Raabe raubt uns mit seinen Thrillern den Atem. Seine Bücher lesen sich wie Filme: die Szenen werden auf den Seiten nahezu lebendig.«


»Gänsehaut-Feeling«

C. GREIFFENBERG, KULTUR-BASE.DE

»Gänsehaut-Feeling, schlaflose Nächte und viele offene Fragen bis zur letzten Seite. Es gibt wenige deutsche Thriller Autoren, die die Gabe besitzen mit genau den richtigen Worten Nervenkitzel pur zu erzeugen. Marc Raabe kann sich definitiv zu jenen Autoren zählen.«

Referenz: Der Schock

» zur Rezension


»Erstaunliches Debüt«

DENIS SCHECK EMPFIEHLT:

»Marc Raabes erstaunliches Debüt im Bereich des Psychothrillers besticht durch sein großes Gespür für die Stimmigkeit des Settings in der Medienbranche und verblüffende Sicherheit in der Charakterisierung.«

Referenz: Schnitt

» zum Beitrag


»Atemlos«

ANTJE DEISTLER, WDR 2 HÖRFUNK:

»Das Rennen Gut gegen Böse beginnt, die Uhr tickt, das Blut fließt, der Leser blättert atemlos weiter.«

Referenz: Schnitt

» zum Radio-Beitrag


»Albtraumhaft faszinierend«

EMMANUEL VAN STEIN, KÖLNER STADT ANZEIGER

»Geschickt komponiert, sprachlich ausgefeilt, albtraumhaft faszinierend. Marc Raabe braucht den Vergleich mit namhaften US-amerikanischen und britischen Thrillerkollegen nicht zu scheuen und weckt deshalb hohe Erwartungen.«

Referenz: Schnitt


»Wie ein Griff in die Steckdose«

ALEX DENGLER, DENGLERS-BUCHKRITIK.DE

»Ein Psychothriller wie ein Griff in die Steckdose. Hier steht man unter Dauerspannung. (...) Marc Raabe schreibt mit absoluter Präzision und leuchtet seine Figuren psychologisch bis in den kleinsten Winkel aus. Außerordentlich gut gelungen!

Referenz: Schnitt

» denglers-buchkritik.de

»Treffer!«

ANDREAS KURTH VON KRIMI-COUCH.DE

»Meisterhaft inszenierte psychologische Spielchen. Besonders bemerkenswert ist bei diesem gelungenen Thriller, dass Marc Raabe (...) dafür sorgt, dass Protagonisten und Leser (...) bis zum dramatischen Finale nahezu vollständig im unklaren bleiben.«

Referenz: Schnitt

» ganze Rezension auf Krimi-Couch


»Absolut lesenswert«

PETER HETZEL, SAT.1 BUCHTIPP

»Absolut lesenswert. Ich kann es unseren Zuschauern wirklich nur empfehlen.«

Referenz: Schnitt

» SAT.1 Buchtipp


»Ein Fahrstuhl in die Hölle.«

GABY WEIß, ESSLINGER ZEITUNG VOM 14.5.2012:

»Wer diese Spannung nicht aushalten mag, wird diesen Debütroman schnell wieder weglegen. Alle anderen lässt diese Geschichte erst nach der letzten der 446 Seiten wieder los.« 

» zum Zeitungsartikel


»Teuflisch gut!!«

GERDA KEINPRECHT, LESER-REZENSION:

»Großartiges Debüt eines deutschen Autors mit viel Gespür für das perfekte Grauen. Ihm ist ein Psychothriller der Extraklasse gelungen.«


»Atemberaubend«

B. BOUMAN-MENGERING, THALIA BUCHHANDLUNG:

»Ein Thriller der Sonderklasse, den ich so von einem deutschen Autor nicht erwartet habe.«


»Hut ab«

MADAME SWANN, LESER-REZENSION

»Für mich jedenfalls gehört Schnitt zu den besten Thrillern die ich je gelesen habe. Hut ab.«

» ganze Rezension


»Ein Buch mit Suchtpotenzial«

BLUENAVERSUM BLOG, LESER-REZENSION

»Ich hatte Gänsehaut beim Lesen, habe mit den Protagonisten mitgefiebert und mitgerätselt und es manchmal vor Spannung kaum ausgehalten.«

» ganze Rezension

 

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Ich beantworte jede Mail persönlich. Sollte es einmal eine Weile dauern, bis ich mich zurückmelde, dann liegt es daran, dass ich gerade arbeite oder schreibe.


Agentur

Graf & Graf GmbH
Literatur- und Medienagentur
Mommsenstr.11
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Lesungen

Ullstein Buchverlage, Berlin
Sarah Ehrhardt
sarah.ehrhardt@ullstein-buchverlage.de 


Pressekontakt

Ullstein Buchverlage, Berlin
Bettina Kasten
bettina.kasten@ullstein-buchverlage.de


Psychologische Beraterin

Diplom Psychologin Meike Raabe
Köln
www.meikeraabe.de


Gestaltung Homepage

Jan-Hendrik Meyer
www.56west.de


Programmierung Homepage

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